Jemand, der verloren gegangen war, ausschließen? Das ist keine Option für Jesus. Das zeigt er im Monatsspruch Oktober. Aber was hat das mit Buße zu tun?

„Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Lukas 15,10)

Im 15. Kapitel des Lukasevangeliums erzählt Jesus drei Geschichten, in denen vom Verlieren, Suchen und Finden die Rede ist. Erst sucht ein Hirte mühevoll ein verloren gegangenes Schaf. Dann stellt eine Frau ihre Wohnung auf dem Kopf, um einen verlorenen Groschen zu finden. Und schließlich verliert ein Vater seinen Sohn. Erst lange Zeit später findet der den Weg zurück nach Hause und wird vom Vater herzlich wieder aufgenommen.

Jesus antwortete mit diesen Geschichten einigen kritischen Gelehrten. Sie waren darüber empört, dass Jesus lieber mit Zöllnern, Ausgestoßenen, Prostituierten und Kranken zusammen ist als mit ihnen. Denn nach damaliger Einschätzung waren die Ausgestoßenen diejenigen, die Gott fern waren. Warum gab sich Jesus also mit ihnen ab?

Jesus hielt dagegen, dass es doch genau darum ginge: Die Verlierer und Verlorenen ernst zu nehmen. Sie zu suchen, zu finden und wieder in Kontakt mit Gott zu bringen. Es geht nicht um gesellschaftliche Ächtung der Verlorenen, sondern darum, ihnen wieder eine Begegnung mit Gott zu ermöglichen. Ausschließen ist keine Option.

Was das für mich heißt: Mir ein Beispiel an Jesus nehmen: Suchende, Zweifler, Diskriminierte und soziale Verlierer im Blick haben, ihnen zu ihrem Recht verhelfen und sie zur Teilhabe ermächtigen. Zeigen, dass Gott nicht vor ihnen Halt macht, sondern dass sie ein gleichberechtigter Teil christlicher Gemeinschaft und der gesamten Gesellschaft sind.

Was das mit Buße zu tun hat? Für mich: Rückbesinnung auf Gott, Rückkehr zur Selbstachtung und zum Respekt vor Anderen. Und hoffentlich am eigenen Leib erfahren, dass Gott die Menschen ohne ihr Zutun annimmt, so wie sie sind.

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