Lieben ist ein großes Wort. Und besonderes die Vaterliebe ist eine ambivalente Angelegenheit.

Jesus Christus spricht: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt.
Bleibt in meiner Liebe. (Johannes 15,9)

Der Monatsspruch für den Monat März 201 6 spricht von Vaterliebe. Gott ist der Vater, der seinen Sohn Jesus geliebt hat. In gleicher Weise hat Jesus die Menschen geliebt. Nun ist das aber so eine Sache mit der Vaterliebe. Häufig ist sie bedingungslos, großherzig, unterstützend, ohne wenn und aber. Sie kann aber auch erdrücken, an Bedingungen geknüpft sein, gewalttätig sein oder komplett fehlen. Vaterliebe ist eine ambivalente Angelegenheit. So wie Jesu Ankündigung, weg zu gehen.

Der vorliegende Vers gehört zu den sogenannten Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium. Der Vers bereitet die Jünger und Weggefährtinnen darauf vor, dass Jesus schon bald nicht mehr da sein wird. Danach würden sie alleine auf sich gestellt sein und ihren Weg im Glauben ohne Jesus weiter gehen müssen. Die Zurückgelassenen mussten erwachsen werden. Im Gepäck sollten sie Gottes Liebe haben. Und hoffentlich genug davon, um sich daran erinnern zu können. So wie junge Erwachsene hoffentlich genügend Liebe, Anerkennung und Selbstvertrauen von ihren Eltern mit auf den Weg in ihr eigenes Leben nehmen.

Die Herausforderungen der ersten urchristlichen Gemeinden waren groß. Sie erlebten Misstrauen, Skepsis und Verfolgung. Genauso wie Neugier, Euphorie und neue Anhänger, die von Christi Botschaft überzeugt waren. Die Dimension der Liebe war ein wichtiger Motor dieser Zeit. Jesus hat Gottes Liebe ein Gesicht gegeben. Sie wurde erfahrbar und konkret. Sie musste nun weiter halten. Auch nach Jesu Tod.

Ich weiß nicht, wie es Euch und Ihnen geht. Meine Eltern haben mir Urvertrauen geschenkt.
Wir haben miteinander gelebt, gelacht und gute Tage gehabt. Wir haben auch gestritten und miteinander gerungen. Aber letztlich sind meine Eltern immer da gewesen, wenn es darauf ankommt. Sie sind und waren verlässlich und loyal. Und darum geht´s: (Ur-)Vertrauen ins Leben haben, weil mich jemand liebt. Selbst wenn es Vater oder Mutter nicht sind, dann vielleicht Großeltern, Geschwister, Kinder, Partnerinnen oder Partner, Freundinnen und Freunde.

Und wenn das alles weg fällt und niemand da zu sein scheint, dann erinnert der Monatsspruch: Gott ist da und bleibt da. Seine Liebe schenkt allen Menschen Achtung und Würde. So wie Jesus seinem Gegenüber mit Respekt und Achtung begegnet ist. So wie die meisten Eltern ihren Kindern immer wieder Zuflucht geben. Ich kann gehen, bleiben oder wieder kommen zu meinen Eltern. Ich kann gehen oder bleiben in Gottes Liebe. Gott bleibt da.

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